Kurz gesagt
Eine Immobilie als Kapitalanlage folgt einer einfachen Mechanik: Die Bank finanziert den Kaufpreis, der Mieter zahlt den Kredit mit ab, und der Staat beteiligt sich über die Abschreibung. Selbst einbringen müssen Sie im Wesentlichen die Kaufnebenkosten – in der Praxis rund 30.000 € inklusive Reserve. Über den Erfolg entscheiden drei Dinge, in dieser Reihenfolge: eine belastbare Finanzierung, ein Standort mit dauerhafter Mietnachfrage und eine Kalkulation, die auch bei zehn Prozent weniger Miete und einem Zinspunkt mehr noch trägt.
Dieser Leitfaden bündelt, was wir in Erstgesprächen am häufigsten erklären: wie die Mechanik funktioniert, wie viel Eigenkapital wirklich nötig ist, welche Anlageklasse zu welchem Profil passt, warum wir uns auf München und Nürnberg beschränken und woran ein Investment scheitert. Jeder Abschnitt fasst das Wesentliche zusammen und verweist auf den ausführlichen Beitrag dazu.
Wie funktioniert eine Immobilie als Kapitalanlage überhaupt?
Sie kaufen eine vermietete Wohnung, meist über einen Bankkredit. Die Miete deckt einen großen Teil von Zins und Tilgung, die Abschreibung senkt Ihre Steuerlast, und was übrig bleibt, tragen Sie selbst – ein monatliches Investment in einen Vermögenswert, der Ihnen nach Ablauf der Finanzierung schuldenfrei gehört.
Der entscheidende Unterschied zu jeder anderen Anlageklasse ist der Kredithebel: Für ein Wertpapierdepot leiht Ihnen keine Bank das Sechs- bis Zehnfache Ihres Eigenkapitals, für eine vermietete Wohnung schon. Deshalb ist die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital bei Immobilien strukturell höher als die reine Objektrendite – und deshalb ist die Finanzierung, nicht das Objekt, die wichtigste Entscheidung im gesamten Prozess.
Wie viel Eigenkapital brauche ich wirklich?
Deutlich weniger, als die meisten annehmen. Der Kaufpreis selbst lässt sich bei guter Bonität zu 100 % finanzieren; Ihr Eigenkapital deckt die Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer (in Bayern 3,5 %, der niedrigste Satz Deutschlands), Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 2 % sowie gegebenenfalls die Maklercourtage. Zusammen mit einer Liquiditätsreserve planen wir in der Praxis mit rund 30.000 €.
Wichtiger als die Höhe des Eigenkapitals ist, was danach übrig bleibt. Wer sein letztes Geld in die Nebenkosten steckt, hat beim ersten größeren Instandhaltungsfall ein Problem. Ein Puffer von drei bis sechs Monatsnettoeinkommen neben dem Kaufbudget gehört für uns zu den Voraussetzungen, nicht zur Kür.
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Welche Anlageklasse passt zu meinem Profil?
Es gibt nicht die eine richtige Immobilie, sondern vier Wege mit unterschiedlichen Stärken. Welcher passt, ergibt sich aus Einkommen, Steuersatz und Zeithorizont – nicht aus dem Geschmack beim Grundriss.
- Neubau mit QNG-Siegel: maximale Energieeffizienz, Zugang zu KfW-Förderkrediten und die degressive AfA von 5 % pro Jahr. Der höchste Steuereffekt in den ersten Jahren, dafür der höchste Kaufpreis je Quadratmeter.
- KfW-Sanierung: Förderkredite mit Tilgungszuschüssen zwischen 5 und 45 %. Attraktiv für Anleger, die einen Teil der Sanierungskosten vom Staat getragen bekommen wollen.
- Renovierungsobjekte: erhöhte Abschreibungen von bis zu 6 % pro Jahr, hohe Wertsteigerungschance – aber auch der Weg mit dem größten Prüfaufwand vor dem Kauf.
- Bestandsimmobilien: die konservativste Variante. Bekannte Mieterschaft, kalkulierbare Bewirtschaftung, niedrigere Steuereffekte.
Für Angestellte mit hohem Grenzsteuersatz verschiebt sich die Rechnung deutlich in Richtung Neubau und Sanierung, weil dort der steuerliche Hebel am größten ist. Wer ein niedrigeres Einkommen und mehr Zeit hat, fährt mit Bestand oft ruhiger.
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Welchen Standort soll ich wählen?
Der Standort entscheidet darüber, ob Ihre Wohnung in zehn Jahren noch vermietet ist. Wir arbeiten bewusst nur in zwei bayerischen Märkten, weil wir sie in der Tiefe kennen – und weil Bayern als einziges Bundesland wirtschaftliche Stärke, Zuzug und Wohnraumknappheit dauerhaft kombiniert.
München ist der Substanzmarkt: Der stärkste Arbeitsmarkt Deutschlands trifft auf einen Neubau, der seit Jahren hinterherhinkt. Die Anfangsrendite ist niedriger als anderswo, die Vermietbarkeit dafür außergewöhnlich verlässlich. Nürnberg ist der Gegenentwurf: breit aufgestellte Wirtschaft ohne Abhängigkeit von einer Leitbranche, deutlich niedrigere Einstiegspreise, höherer laufender Ertrag – im Gegenzug entscheidet die Lagenprüfung innerhalb der Stadt stärker über den Erfolg.
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Wie viel Steuern spare ich mit einer vermieteten Immobilie?
Eine vermietete Immobilie wird steuerlich wie ein kleiner Geschäftsbetrieb behandelt: Abschreibung, Kreditzinsen und laufende Kosten mindern Ihr zu versteuerndes Einkommen. Vier Hebel sind relevant – die AfA (linear 3 % bei Fertigstellung ab 2023, 2 bis 2,5 % im Altbau, degressiv 5 % im geförderten Neubau, bis zu 6 % bei Sanierung), der Zinsaufwand, die KfW-Förderung und der nach zehn Jahren steuerfreie Verkauf.
Ein Punkt, den wir jedem Interessenten sagen: Steuern sparen ist der Beschleuniger, nicht das Ziel. Eine Wohnung, die sich nur über die Steuerersparnis rechnet, ist keine Kapitalanlage, sondern ein Steuermodell – und Steuermodelle fallen, wenn sich die Gesetzeslage ändert.
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Immobilie oder ETF – was ist besser?
Für die meisten Anleger lautet die ehrliche Antwort „beide“. Ein ETF-Sparplan schlägt die Immobilie bei Aufwand, Streuung und Flexibilität; er hat aber keinen Kredithebel, keinen Mieter, der mit abzahlt, und keine Abschreibung. Wer beide Bausteine kombiniert, nutzt Streuung und Hebel gleichzeitig, statt sich für eine Ideologie zu entscheiden.
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Wann sollte ich es besser lassen?
Rund jedes fünfte Erstgespräch bei uns endet mit der Empfehlung, jetzt nicht zu kaufen. Die Gründe sind fast immer dieselben: Das Einkommen ist noch nicht stabil, es fehlt ein Puffer neben den Kaufnebenkosten, das Geld wird in den nächsten Jahren wieder gebraucht, die Erwartung ist schneller Gewinn statt Vermögensaufbau – oder jemand will sich weder kümmern noch die Verwaltung aus der Hand geben.
Das ist kein Understatement, sondern Eigeninteresse: Unser Modell lebt von Weiterempfehlungen zufriedener Eigentümer, nicht von Käufern, die sich übernommen haben.
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Wie läuft der Kauf konkret ab?
In fünf Schritten: Voraussetzungen prüfen, Strategie vor Objekt festlegen, Finanzierung strukturieren, Objekt ohne Schönrechnerei kalkulieren, und nach dem Notartermin die Vermietung organisieren. Der Reihenfolge kommt dabei mehr Bedeutung zu als jedem einzelnen Schritt: Wer mit dem Objekt anfängt statt mit der Strategie, findet am Ende Gründe, warum genau dieses Objekt passt.
Eine belastbare Kalkulation enthält immer die realistische Marktmiete statt der optimistischsten, nicht umlagefähige Verwaltungskosten und eine Instandhaltungsrücklage. Unsere Faustregel: Wenn der monatliche Eigenaufwand auch bei 10 % weniger Miete und einem Zinspunkt mehr nach Ablauf der Zinsbindung noch tragbar ist, ist das Investment robust.
Ausführlich: Der Leitfaden für Einsteiger, Schritt für Schritt →
Was passiert nach dem Kauf?
Der Kauf ist der Anfang, nicht das Ergebnis. Mietersuche, Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung, Instandhaltung und Eigentümerversammlungen bestimmen darüber, ob aus der Kalkulation Realität wird. Wir haben die Sondereigentumsverwaltung deshalb im eigenen Haus, statt sie abzugeben: Wer eine Wohnung verkauft und danach verschwindet, hat kein Interesse daran, dass die Zahlen halten.
Fazit
Immobilien als Kapitalanlage sind kein Geheimtipp und kein Selbstläufer, sondern solides Handwerk: belastbare Finanzierung, geprüfter Standort, konservative Kalkulation, verlässliche Verwaltung. Wer diese vier Dinge zusammenbringt, baut mit überschaubarem Eigenkapital einen Vermögenswert auf, den Mieter und Finanzamt mit abbezahlen. Wer eines davon auslässt, spart am falschen Ende.